Treffurter Juggerkinder holen „Fairnesspokal“ bei der Deutschen Meisterschaft

Zum fünften Mal nahm am vergangenen Wochenende die Jugger-AG der Johanniter-Jugendarbeit Treffurt an den Deutschen Kinder- und Jugendmeisterschaften ihrer Sportart teil und ging mit dem „Fair-Play-Pokal“ nach Hause.

Aus rein sportlicher Sicht hatten die 8 bis 11-Jährigen Kinder bei dem Turnier in Halle an der Saale keine große Chance. Die meisten von ihnen waren zum ersten Mal dabei. Und in der Klasse der unter 14-Jährigen waren die anderen Teams im Durchschnitt zwei Jahre älter. Aber zu gewinnen war auch gar nicht das Ziel. In erster Linie war es für uns eine Gelegenheit, mal raus zu kommen, von anderen zu lernen und als Gruppe zusammen zu wachsen. Gemessen daran hat das Team der „New Legends“ die Erwartungen sogar übertroffen. Gespielt wurde über zwei Sätze, die jeweils endeten, wenn ein Team 5 Punkte hatte. Nur eins ihrer acht Spiele haben die Kinder verloren, ohne selbst wenigstens einen „Jugg“ zu machen. Oft waren es mehrere, einmal haben sie sogar einen Satz gewonnen. Und viele Spielzüge haben sie sich auch von deutlich größeren Kindern nur nach langen und spannenden Duellen abringen lassen. Besonders stolz können sie darauf sein, als einzige Mannschaft überhaupt dem späteren Sieger ein „Gegentor“ abgetrotzt zu haben. Aber vor allem haben sie bis zu letzten Sekunde mit voller Energie gekämpft, auch wenn sie vier zu null zurück lagen.
Ihre Freundlichkeit und Spielfreude haben sich am Ende für die „New Legends“ ausgezahlt. Eine Besonderheit der Jugger-Meisterschaft ist, dass es nicht nur um die Punkte geht. Nach jedem Spiel bewerten die Mannschaften sich gegenseitig nach Fairnessgesichtspunkten. Dabei haben die neun Jungen aus Treffurt ordentlich gepunktet. Und so kam es, dass sie unter johlendem Applaus der insgesamt 30 anwesenden Kinder- und Jugendteams den Fair-Play-Pokal entgegen nehmen durften. Da waren auch die Eltern stolz. Einige von ihnen haben den relativ nahen Veranstaltungsort genutzt, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Besonderer Dank gilt dabei dem Vater von zwei der Jungs, der das ganze Wochenende mit der Gruppe unterwegs war, und immer ein gutes Auge darauf hatte, dass es allen gut ging. Ohne diese Unterstützung könnte ich solche Fahrten nicht machen.

Jugger verbindet stilisierte Schwertkampfelemente mit klassischem Mannschaftssport und spricht mit dieser Mischung viele an, die mit den traditionellen Sportarten nicht erreicht werden. Spaß an Bewegung, Team- und Konfliktfähigkeit stehen in der AG vor dem sportlichen Ehrgeiz. Mit Beginn der Ferien geht die AG in die Sommerpause und wird Ende August wieder starten. Die Gruppe ist jederzeit offen für Neuzugänge ab acht Jahren. Auch wenn sie im Moment nur aus Jungen besteht, sind auch Mädchen herzlich willkommen. Im Turnier waren sogar einige Mannschaften weit vorn dabei, die überwiegend aus Mädchen bestanden.


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